KASSEL. Der Staatsschutz wird sich am heutigen Montag mit dem Vorfall bei H&M in der Oberen Königsstraße befassen. Dies erklärte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Dort hatte am Samstag, wie berichtet, eine Gruppe politisch Linker Bekleidungsstücke von Ständern gerissen und diese unter Passanten verteilt.
Unter dem Motto "Kassel umsonst" hatte zwischen 14 und 17 Uhr ein politischer Spaziergang in der Innenstadt stattgefunden. Über 300 Personen beteiligten sich daran. Die so genannten Umsonst-Gruppen, die sich in vielen deutschen Städten gebildet haben, waren Teilnehmer eines Kongresses der Bundeskoordination Internationalismus (Buko). Eine Sprecherin der Kasseler Umsonst-Gruppe nimmt zu dem Vorfall Stellung: Gerade in Kassel mit dem bundesweit höchsten Anteil an Sozialhilfeempfängern könne die Kritik an den gesellschaftlichen Zuständen nicht bei symbolischen Aktionen stehen bleiben. Man wolle die Aktion nicht nur als Hinweis auf steigende Armut, sondern auch als Kritik an den Arbeitsbedingungen bei H&M in der Kleiderherstellung und im Verkauf verstanden wissen.
Unter dem Motto "Das Ende der Bescheidenheit" waren von Donnerstag bis Sonntag 800 Menschen aus dem politisch linken Spektrum nach Kassel gereist. Die Universität, die lediglich die Räume zur Verfügung stellte, distanziert sich von dem Vorfall und bedauert ihn. (BEA) -
Es handelt sich bei diesem Bericht um einen Artikel aus der HNA vom 24.5.2004.