Diskussion

Auf dieser Seite veröffentlichen wir Dokumente zu aktuellen Diskussionen aus den Bereichen Sozialpolitik, soziale Bewegung, Organisation und Widerstand.


Redebeiträge der Initiative für ein Soziales Zentrum


Diskussionstexte


Mike Davis: Planet der Slums

Im Schweinsgalopp zur Sozialdemokratie. Ein Diskussionspapier des Sozialen Zentrums Göttingen

Aneignung - Artikel der Redaktion arranca! zum Thema

DeriveApprodi - italienisches Zeitungskollektiv zu Organisationsversuchen

Roth zum Thema Sozialkahlschlag

Wir wollen Alles! Supermärkte und Bäckereien

It's not just the Economy, stupid! Von Alban Werner

Eine Kritik der Wertkritik. Von einem Genossen des AK Internationalismus



- September 2005 -

Mike Davis: Planet der Slums

50 % der Weltbevölkerung leben mittlerweile in Städten. Auch wenn die trikontinentalen Megastädte, wie bspw. Jakarta (24,9 Mio) und Dhaka (25 Mio), die grellsten dieser Erscheinungen sind, entfallen doch 3/4 des Wachstums auf kleinere trikontinentale Städte zweiten Ranges, v.a. diejenigen mit aktuell 100.000 bis 500.000 EinwohnerInnen. Merkmal dieser Städte ist, dass sie eine rapide Urbanisiserung ohne industrielle Entwicklung erleben. Der weitaus größte Teil der Menschen arbeitet im sogenannten informellen Sektor - in manchen Städten hat der formelle Sektor gänzlich aufgehört zu existieren -, mit Einkommen unterhalb der physischen Reproduktionsschwelle. Die scheinbar wichtigste Funktion dieser Slumstädte scheint die "Lagerung" der überflüssigen Menschen des 21. Jahrhunderts zu sein. Die Mobilisierungskraft linker Gruppen und Ideologien in diesem sozialen Raum scheint aktuell sehr gering. Statt dessen übernehmen islamisch-integristische Bewegungen und v.a. Neopfingstler diesen Raum. In welche Richtung sich dies entgültig entwickeln wird, ist allerdings damit noch nicht entschieden.
Ein beeindruckender Aufsatz von Mike Davis, der jetzt endlich in deutscher Übersetzung vorliegt.

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- September 2005 -

Im Schweinsgalopp zur Sozialdemokratie
Ein Diskussionspapier des Sozialen Zentrums Göttingen

- Über Linkspartei und radikale Linke -
Das Auftauchen der Linkspartei hat in den letzten Wochen zu einigen Aktivitäten und Kontroversen innerhalb der radikalen Linken geführt. In manchen Teilen wird deren Erfolg als Chance begriffen, die auch Räume für linksradikale Politik öffnen kann. Wir teilen diese Positionen nicht und halten im Gegenteil einen positiven Bezug auf die Linkspartei für kontraproduktiv für die Entwicklung und Weiterentwicklung emanzipatorischer Politik.

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- Juli 2004 -

Aneignung
Anmerkungen zu einem ambivalenten Konzept

Inwieweit taugt der Begriff »Aneignung« als analytische Kategorie, inwieweit als politisches Konzept? Wie müsste er gefüllt werden, um für eine emanzipatorische Praxis brauchbar zu sein? In vier Punkten wollen wir – die Redaktion arranca! Und der Arbeitsschwerpunkt Weltwirtschaft (ASWW) der BUKO – die Ambivalenzen des Begriffs herausarbeiten. Unter Rot-Grün scheint sich ganz Deutschland immer weiter in einen neoliberalen Rausch hineinzusteigern:

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- Mai 2004 -

Bewegung, Organisierung, Untersuchung:
ein Vorschlag von DeriveApprodi

Das italienische Zeitungskollektiv DeriveApprodi beschäftigt sich mit den Problemen linksradikaler Organisationsversuche der letzten Dekade und stellt fest, dass die Krise der Linken keinesfalls mit einer Krise der sozialen Bewegung zu verwechseln ist. Als Konsequenz des Scheiterns politischer Organisationen schlagen sie ein gemeinsames Untersuchungsprojekt vor, um sich den sozialen Bewegungen wieder anzunähern. Untersuchung verstehen sie dabei als eine praktische und theoretische Auseinandersetzung, mit der unmittelbar und materiell in der Wirklichkeit interveniert wird. Untersuchungsarbeit ist für sie somit ein Teil der Umwälzung der Gesellschaft.
Der Artikel erschien zuerst in analyse + kritik Nr. 481, 20.Februar 2004.

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- Mai 2004 -

Der Sozialkahlschlag

Der Text des Altautonomen Karl-Heinz Roth versucht den gegenwärtigen sozialen Angriff in Deutschland als den metropolitanen Aspekt eines globalen sozialen Angriff des Kapitals zu dechiffrieren. Aus dieser Analyse heraus versucht er Konsequenzen einer sozialen Praxis abzuleiten.
Der Text ist sowohl in seiner Analyse als auch in seinen Konsequenzen äußerst problematisch. Nur zwei Beispiele: So versucht er bspw. IWF und Weltbank zu Instanzen möglicher emanzipativer Perspektiven umzulügen, während Roth selbst in älteren Beiträgen herausgearbeitet hat, dass deren Genese eher in der globalen Organisation des gewalttätigen Wertraubprozesses des Kapitals liegt.Weiterhin verkürzt er die Analyse sozialstaatlicher Entwicklung in den Metropolen durch eine begriffliche Banalisierung indem er von der 'ausgleichenden linken Hand des Staates' spricht. Der Zusammenhang von Sozialstaat, Wertschöpfung und Gewalt wird so nichts als sozialromantisch verkleistert.
Und doch ist dieser Text der erste Versuch den gegenwärtigen Wandel im globalen Kontext analytisch zu fassen. Insofern sind es zumindest die Diskussionen um den Text, von denen wir uns etwas mehr Klarheit erhoffen. Aus diesem Grunde veröffentlichen wir den Rothtext hier.

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- Mai 2004 -

Wir wollen Alles - Supermärkte und Bäckereien
Einige Anmerkungen zum Thema »Aneignung«

Das Thema »Aneignung« ist nach Jahren des Vergessens wieder in linken Munden. Gegen eine praxisfeindliche Akademisierung der Diskussion und für eine praxisrelevante Orientierung argumentiert die Gruppe Kritik + Praxis. Ihre differenzierte Betrachtung des Begriffs unterscheidet verschiedene Ebenen und unterschiedliche Tiefen des Begriffs und macht ihn damit zu einem möglichen Ansatzpunkt sowohl für eine theoretische Debatte als auch für eine praktische Intervention im Rahmen einer Neubestimmung emanzipatorischer Politik.

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- Mai 2004 -

»It's not just the economy, stupid!«

Der Artikel von Alban Werner versucht die Perspektive des Widerstands gegen den Sozialabbau in eine antikapitalistische Richtung zu öffnen. Die Frage der Emanzipation des Menschen, lässt sich nicht mit ein paar materiellen Zugeständnissen zufrieden stellen, sondern muss über verteilungspolitische Fragen hinaus grundsätzlich die Frage kapitalistischer Vergesellschaftung thematisieren.

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- Mai 2004 -

Eine Kritik der Wertkritik

In dem Diskussionspapier eines Genossen des AK Internationalismus wird gezeigt, dass die in manchen studentischen Kreisen verbreitete sogenannte Wertkritik mit sozialen Befreiungsprozessen nichts gemein hat. Es wird präzise herausgearbeitet, dass die Wertkritik, indem sie einem reduktionistischen Wertbegriff huldigt, der die Begriffe Mehrwert, Ausbeutung und Klasse nicht mehr theoretisch wahrnehmen kann, zu einer Theorie des Kapitals verkommt. Das einzige Subjekt, welches sie in der Lage ist wahrzunehmen, ist das Kapital. Der Marx'sche kategorische Imperativ jeglicher radikaler Kritik, »alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verächtliches Wesen ist«, ist wertkritisch nicht ableitbar.

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