Ein Artikel aus der arranca! Nr. 28 beschreibt die Situation der Obdachlosen in New York:
Die Anzahl der Obdachlosen in New York steigt und steigt. Entsprechend der Zero-Tolerance-Strategie, die seit Ende der 90er Jahre in New York verfolgt wird, wird auch das Obdachlosenproblem »bekämpft«.
Zero Tolerance bedeutet vor allem die Kriminalisierung von Bagatelldelikten (Ordnungswidrigkeiten) und deren konsequente Verfolgung. Dazu gehört auch, die lebenslange Inhaftierung nach drei Straftaten (three strikes and you are out). In den Gefängnissen der USA sitzen inzwischen mehr als 2 Millionen Menschen.
Viele Überlebensstrategien der Obdachlosen wurden in New York kriminalisiert, wie etwa das Windschutzscheiben-Putzen, Getränkedosen in Bahnhöfen zu sammeln oder gebrauchte Bücher auf den Gehwegen zu verkaufen.
Gleichzeitig wurden »Notunterkünfte« für Obdachlose eingerichtet, in denen die »Penner« weitab zusammengepfercht werden sollen. Es handelt sich bei diesen Notunterkünften um Schlaflager für über 1.000 Menschen auf kleinen East-River-Eiländern oder in den 150 km entfernten Bergen. Diese Art der Ausgrenzung und Isolierung erinnert fatal an den weltweiten Umgang mit Flüchtlingen. Denken wir nur an die Flüchtlingslager in Woomera, mitten in der Wüste oder in Deutschland außerhalb der Städte.
Hierzulande gibt es bereits Überlegungen, leer stehende Flüchtlingslager für die zukünftigen Obdachlosen umzufunktionieren.