Polizei und Justiz versuchen Nazigegner zu kriminalisieren
Donnerstag, 19. April 2007, Amtsgericht Göttingen, 11.00 Uhr, Raum B 12
Teil 2 am Mittwoch, 09.05.07, Amtsgericht Göttingen, 11.00 Uhr
Am Donnerstag, den 19. April 07 steht ein Antinazi-Demonstrant vor
dem Amtsgericht Göttingen. Ihm wird von Polizei und Staatsanwaltschaft
vorgeworfen, im Rahmen der Proteste gegen die Neonazi-Kundgebung vom
28.10.2006 im Göttinger Bahnhof Widerstand gegen Polizeibeamte
geleistet zu haben.
Überall in der Stadt kam es anlässlich der Neonazi-Kundgebung zu
vielfältigen Gegenaktivitäten, Demonstrationen, Blockadeversuchen.
Als einige Nazis mit Zügen in den Bahnhof Göttingen einfuhren,
versuchte die Polizei den Bahnhof von aufgebrachten Reisenden und
DemonstrantInnen zu räumen - den Nazis sollte von ihrem Zug zum
Bahnhofsvorplatz ein Weg gebahnt werden. Offenbar hatte die Polizei
die Lage rund um den Bahnhof aber unterschätzt: weder die Reisenden
noch die Demonstrierenden ließen sich so einfach aus dem Bahnhof
drängen. Aufgrund der antifaschistischen Proteste kam zu massiven
Zugverspätungen und bei der Räumung des Bahnhofs waren die
Polizeieinheiten offenbar völlig überfordert. Und so wurden die Nazis
doch mit Pfiffen, antifaschistischen Sprechchören und Transparenten
empfangen und beim Zugang zu ihrem Kundgebungsort behindert.
In den folgenden Tagen und Wochen versuchte die Polizei von ihrem
völlig überdimensionierten und chaotischen Einsatz abzulenken.
Brutale Polizeiübergriffe wurden verschwiegen und es wurden offenbar
auch Strafanzeigen Antinazi-DemonstrantInnen erfunden. Jetzt steht
einer der Demonstrierenden vor Gericht - aus Zivilcourage wurde
Widerstand gegen Polizeibeamte.
Genau das werden wir aber nicht hinnehmen. Weder das Neonazis mit
ihrer menschenverachtenden Ideologie in Göttingen oder anderswo Fuß
fassen können. Noch, dass die staatliche Repression und ängstlich und
handlungsunfähig macht. Wir wehren uns - auf der Straße und vor
Gericht. Auch bei der nächsten Nazi-Kundgebung werden wir uns ihnen
wieder überall in den Weg stellen. Und hoffentlich werden sich noch
viel mehr Menschen als letztes Mal daran beteiligen.
Kein Fußbreit den FaschistInnen!
Schluss mit der Kriminalisierung von sozialen und politischen
Bewegungen!
Für ein selbstbestimmtes solidarisches Leben!