Für ein soziales Zentrum!

Am letzten Wochenende wurde ein Haus in der Maybachstrasse besetzt, um gegen den Leerstand von Wohnraum und unbezahlbare Mieten zu protestieren. Vor allem aber ging es darum, eine Kampagne für die Schaffung eines sozialen Zentrums zu starten.

Soziale Zentren sind Räume, in denen es um die Bedürfnisse von Menschen geht. Es sind Orte, die es allen ermöglichen sollen, sich vielfältig kulturell zu betätigen, sich weiter zu entwickeln und aus der Isolation herauszukommen und zwar völlig unabhängig von den Möglichkeiten des eigenen Geldbeutels oder von irgendwelchen Profitinteressen.

Wir stehen heute vor der Situation, dass immer mehr Menschen von kulturellen Ereignissen, von kreativer Betätigung, von Bildung, ja von einfachen sozialen Kontakten ausgeschlossen sind, weil öffentliche Angebote gestrichen oder der Privatisierung zugeführt und alle Lebensbereiche dem Kommerz untergeordnet werden.

In Köln fließen hunderte Millionen Euro in Prestigeprojekte wie dem ICE-Terminal in Deutz oder z.B. die Bewerbung Kölns als Kulturhauptstadt. Daneben fließen Unsummen in zerstörerische Großprojekte wie dem Ausbau der Gentechnik in Kalk und dem Ausbau der Nord-Süd-Fahrt.
Gekürzt wird dagegen bei Einrichtungen, die der Allgemeinheit zugute kommen. Büchereien, Schulen, Schwimmbäder, Jugendzentren, Kulturstätten sowie Sozial- und Beratungsstellen werden geschlossen oder für viele unbezahlbar. Die Fahrpreise im öffentlichen Nahverkehr werden immer weiter erhöht.

Das eine hat mit dem anderen zu tun - hier findet eine gewaltige Umverteilung zugunsten wohlhabender Bevölkerungsschichten statt. Gerechtfertigt wird das mit dem Anreiz für Investoren und der Schaffung von Arbeitsplätzen. Die Wahrheit ist: Arbeitsplätze im öffentlichen Sektor werden abgebaut und die Investoren und ihre Zuträger stopfen sich das dicke Geld in ihre Taschen. Meistens geht es dabei auch noch um Korruption und Betrug. Wenige können sich alles leisten. Millionen anderen wird der Zugang zu Bildung, Wohnung, ausreichender Nahrung, und einem sozialen Leben geraubt. Sie sollen zu dahinsiechenden Empfänger/innen von Almosen degradiert werden, abhängig von den Kirchen und der "barmherzigen Gnade" der Reichen - wie zu Kaisers Zeiten.

Dagegen müssen wir uns wehren, denn es geht nicht nur um grundsätzliche Lebensbedürfnisse (bekanntlich lebt der Mensch nicht vom Brot allein) sondern letztlich um unsere Freiheit. Ein Soziales Zentrum ist deshalb auch ein Ort für ein solidarisches Miteinander, an dem Menschen sich zusammenschließen können, um gemeinsam gegen die herrschenden Verhältnisse vorzugehen.

Wir wollen nicht für unser Leben bezahlen!
Enteignen wir die, die uns unser Leben nehmen!

An alle, die wie wir keine Lust mehr haben, nur denen zuzuhören, die von "Reformen" reden und doch nur unsere Knechtschaft meinen: Helft uns und bringt Eure Ideen mit ein!

In den nächsten Wochen und Monaten soll mit vielfältigen Aktionen gegen die soziale Kälte in dieser Stadt  protestiert und gleichzeitig dem festen Willen ein soziales Zentrum aufzubauen Nachdruck verliehen werden. Achtet auf Ankündigungen.

Soziales Zentrum - jetzt!
Solidarität - wir leben das!



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