Gemeinsame Orte |
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Untersuchung ist Kommunikation ist Umwälzung
Unter dem Eindruck der weltweiten »Bewegung der Bewegungen« und den Auseinandersetzungen in Seattle und Genua hat das italienische Zeitungsprojekt DeriveApprodi den Vorschlag für ein internationales Zeitungsnetzwerk präsentiert. Ziel ist ein offener Prozess der gemeinsamen Untersuchungsarbeit. Eine Arbeit, die wenig mit akademischer Analyse, aber viel mit theoretisch-praktischen Anstrengungen innerhalb der Bewegungen zu tun hat.
Seit Monaten zirkuliert ein Gedanke durch Europa: derjenige nämlich, dass ein Bewegungszyklus zu Ende gegangen sei. In den vergangenen zehn Jahren hat »Bewegung« - zumindest in Italien - hauptsächlich die organisierten Teile bezeichnet. Eine Differenz zwischen ihnen und »der« Bewegung wurde damit getilgt. Inzwischen jedoch sind in dem ambivalenten Verhalten der Multitude viele neue Fäden der Kommunikation gewoben worden, und in Ansätzen kann man neue Praxen des Überlebens und des Widerstandes beobachten. Inzwischen ist deutlich geworden, dass es ein Ausdruck von Provinzialismus war, die 1990er Jahre als bewegungslose Zeiten zu beschreiben: In diesem Jahrzehnt gab es die ArbeiterInnenkämpfe, die die großen Automobilfabriken in Korea in Brand gesetzt haben, den Widerstand gegen die multinationalen Konzerne in Nigeria, die Kämpfe der Landlosenbewegung in Brasilien, den Widerstand in Los Angeles oder den im zapatistischen Chiapas (Zum Verständnis der Alchimie, die die großen proletarischen Revolten kennzeichnet, lohnt es sich, sich in Erinnerung zu rufen, dass das Jahr 1994 sowohl das Jahr des zapatistischen Austandes als auch das Jahr mit der weltweit höchsten Anzahl von Generalstreiks im 20. Jahrhundert gewesen war.).
Jenes eindimensionale Bild von Bewegung war kurzsichtig und falsch, weil es nicht in der Lage war, die Symptome des weltweiten Widerstandes zu erkennen. Und es hat den Standpunkt des Gegners eingenommen, nämlich den vom Triumph des Kapitalismus und vom Ende der Geschichte. In dieser Erzählung gab es lediglich einen Platz für einen Diskurs über die Macht und die sterile Denunziation ihrer Fehler und ihrer größten Grausamkeiten. Es war derselbe Blickwinkel, mit dem vor zwei Jahren die Explosion der argentinischen Krise betrachtet wurde: Anstatt in angemessener Weise den sozialen Aufstand zu betrachten, der diese Krise hervorgebracht hat, fokussierte man sich hauptsächlich auf die kriminellen Machenschaften von IWF und Weltbank.
Aus diesem widersprüchlichen und schwierigen Jahrzehnt entsprang die Revolte von Seattle: ein Symbol der weltweiten Kämpfe. Von da an, bis hin zu Genua, hat die Bewegung die Karten vollständig neu gemischt. Als diese Revolte ausbrach, destabilisierte sie gleichzeitig die Organisationen und stürzte sie oft genug in die Krise. Wenn wir diesen Umstand nicht reflektieren, werden wir weiter fortfahren, die Schatten und Geister der Vergangenheit in die Zukunft zu projizieren.
Inzwischen ist die Kluft zwischen der Bewegung selbst und ihren organisierten Teilen für jeden und jede offensichtlich. Von dieser Kluft müssen wir ausgehen, ohne der voreiligen Schlussfolgerung zu verfallen, die Organisation gegen den sozialen Konflikt auszuspielen.
Die weltweite Bewegung hat die Krise der repräsentativen Demokratie sehr genau wahrgenommen. Sie hat ihre organisierten Teile kritisiert, aber bisher keine autonomen politischen Repräsentationsformen gefunden. Wir glauben nicht, wie einige behaupten, dass die Organisation keine positive Rolle mehr spielt, z.B. bei der Vorbereitung gemeinsamer Termine, bei der Bereitstellung strukturierter Kommunikationswege oder bei den vielfältigen Koordinationsaufgaben. Allerdings glauben wir nicht, dass die Organisation alles ist. Daraus folgt, dass die Krise der organisierten Repräsentationsmechanismen nicht gleich bedeutend ist mit einer Krise der Bewegung selbst. Die These vom Ende des Bewegungszyklusses vereinfacht die Realität, in der wir uns bewegen. Das Problem geht sehr viel tiefer: Was sich in einer Krise befindet, ist die Analyse von Bewegungen in den klassischen Kategorien des Zyklus: das Schema, nach dem Bewegungen in einem gegebenen Zeitrahmen geboren werden, wachsen, ihren Höhepunkt erreichen und dann wieder abebben.
Das Schema vom Zyklus hat zwei spezifische Dimensionen. Die eine ist eine räumliche: der Kontext der Aktionen von lokalen oder nationalen Bewegungen. Heute jedoch hat sich die Bewegung den gesamten globalen Raum als ihr Kampffeld angeeignet. Während wir in Italien vom »Ende eines Zyklus'« sprechen, tragen gleichzeitig die Mobilisierungen in Cancun zum Scheitern der WTO bei; in Bolivien kommt es zu einem erfolgreichen Aufstand gegen die Regierung und die multinationalen Konzerne (wenn auch zu dem schrecklichen Preis von Menschenleben); in den USA präsentiert sich die Antikriegsbewegung auch nach dem offiziellen Ende des Irak-Krieges in bester Verfassung; in Südafrika dauern die Kämpfe gegen die neoliberale Politik des ANC an; in Brasilien, Argentinien und Venezuela finden wichtige politische Experimente statt. Diese Laboratorien des Konflikts sind weder von einander getrennt, noch folgen sie einander gemäß der klassischen Perspektive der internationalen Solidarität. Im Gegenteil: Sie sind unauflöslich mit einander verknüpft. Sie stehen mit einander im Austausch und stimulieren einander. Die angestrebte Einheit auf globaler Ebene wird nicht als ein zukünftiger Zustand antizipiert, sondern als ein Element der Gegenwart vorausgesetzt.
Krise der Organisationen |
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Der Kampf der Piqueteros in Argentinien und die Organisation der Flucht von MigrantInnen aus dem Abschiebelager in Woomera erzählen uns nicht irgendwelche weit entfernten Geschichten. Sie sprechen über die Organisationsexperimente der neuen Formen der lebendigen Arbeit; sie sprechen davon, wie die Materialität der Produktionsverhältnisse anzugreifen ist, und sie sprechen von den Begrenzungen und den Potenzialen des globalen Widerstandes. Auf diese Weise erhalten wir zwar keine Antizipation und auch keine Erklärung unserer Zukunft. Was wir aber erhalten, sind Untersuchungshypothesen, kollektive Erzählungen, offene Probleme für die Erfindung von Praxen für die Herausforderungen der Gegenwart.
Die zweite Dimension, auf der die These vom zyklischen Charakter von Bewegungen beruhte, ist eine lineare Konzeption der Ziele. Der Referenzpunkt war immer die Macht (verkörpert im Staat), und die Entwicklung wurde gemessen an der Perspektive des Konfliktes mit der Macht, um sie entweder zu stürzen oder ihr Reformen abzutrotzen. Sowohl Siege wie auch Niederlagen waren dabei stets mit einem Abflauen der Bewegung verbunden. Dieses Schema ist nun an ein Ende gekommen, und zwar nicht nur, weil mit der Auflösung der (nationalstaatlichen) Souveränität Macht nicht mehr eindeutig (räumlich) verortet werden kann, sondern auch, weil die Themen und Forderungen der Bewegung - Krieg und Frieden, freies Fluten für Menschen und Arbeit, die Beseitigung der Warenförmigkeit von Technologie und Wissenschaft, der Schutz der Umwelt - direkt zu den Wurzeln der Probleme vordringen. Sie lassen sich nicht auf irgendein Stufenprogramm reduzieren.
Das geeignetste Paradigma, um diese Realität zu beschreiben ist die soziale Bewegung der MigrantInnen, Subjekte, die in ihrer mobilen Kritik sowohl die internationale Arbeitsteilung in die Krise stürzen als auch nationale und Lohngrenzen. MigrantInnen sind Subjekte, die weder in ihren Herkunftsländern befriedet werden können, noch in ihren Zielländern. Sie fliehen und suchen nach einer anderen möglichen Welt. Sie bringen damit ihre Konflikte und Spannungen in die Orte ihrer Ankunft (wie vorübergehend oder permanent auch immer). Das entspricht exakt der globalen Bewegung. Sicher, die Knotenpunkte für Bezüge wie Gegenkräfte sind noch nicht ausgemacht, Punkte, wie provisorisch sie auch sein mögen, von denen aus die Prozesse beeinflusst werden können. Es wäre wünschenswert, dass die Debatte über diese Themen weiterentwickelt wird, anstatt sich über Konzepte und Ansätze den Kopf zu zerbrechen, die einstmals als »politisch« gegolten haben.
Die These, dass die Bewegung selbst der Agent einer anderen Globalisierung gewesen ist, einer Globalisierung der Kämpfe und des Widerstandes, beinhaltet eine deutliche Polemik gegen jene, die sich (immer noch) in erster Linie auf nationalstaatliche Räume und die klassischen Instrumentarien des Sozialstaates beziehen, wenn sie die »neoliberale« Globalisierung eindämmen oder blockieren wollen. Wir wollen nicht unbrauchbare politische Projekte aufrecht erhalten, die bei der Konsolidierung von Kampferfahrungen und Widerstand gegen das globale Kapital von lokalen und/oder nationalen Rahmenbedingungen ausgehen. Was wir sagen, ist, dass jedes politische Projekt, egal auf welcher territorialen Ebene, von einer Offenheit für die globale Dimension ausgehen muss, eine Dimension, die berücksichtigt, dass die postkolonialen und Klassenkämpfe selbst materiell ein sehr viel bedeutsamerer Faktor sind als die kapitalistische Entwicklung.
Bewegung als Laboratorium |
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Wie wir es schon nach Genua getan haben, wollen wir auch heute die Bedeutung einer fortdauernden Bewegung - gedacht als offner und komplexer Raum der Politisierung - betonen, wo vielfältige Erfahrungen der politischen Agitation und des sozialen Konflikts genauso wie Experimente mit Praxen und Sprachen nicht auf die bloße Summe der einzelnen Elemente reduziert werden können. Es handelt sich vielmehr um einen konstituierenden Raum, in dem die Prozesse der Subjektbildung immer offen sind.
Dabei geht es uns natürlich nicht darum, das Erbe wegzuwerfen, das uns die besten Teile der vergangenen radikalen Erfahrungen hinterlassen haben. Doch wenn dieses »Testament« genutzt werden soll, so fordert das zwingend, dass wir uns von jeder Form der Nostalgie frei machen und dass wir nur das auf die Gegenwart herunter brechen, was immer noch lebendig und pulsierend ist. Das bedeutet nicht, dass es innerhalb der Bewegung nicht Widersprüche, Rückschläge oder Fehler gäbe, oder ganz einfach neue tägliche Schwierigkeiten. Begrenzungen und Probleme müssen in erster Linie benannt werden, aber innerhalb des Politisierungsraumes, den wir globale Bewegung nennen. Außerhalb davon gibt es nichts als die Rückkehr zu einem ideologischen und fleischlosen Disput, zu dem Raum-Zeit-Kontinuum der selbstreferenziellen Impotenz. Bei allen Schwierigkeiten und Unsicherheiten scheint es uns trotz allem fruchtbarer, mit diesem Experiment fortzufahren.
Auf den Straßen und Plätzen Genuas haben sich im Juli 2002 sehr heterogene individuelle und kollektive Subjekte getroffen. Zum ersten Mal in Italien haben sie einen gemeinsamen politischen Ausdruck gefunden für eine radikale Kritik an der neuen Form des Kapitalismus, die seit langem herangewachsen war - in sehr unterschiedlichen Richtungen und oft an der politischen Oberfläche kaum sichtbar. In diesem Zusammenhang hat das Konzept von der Multitude, das die gesamten 1990er Jahre in unseren Diskussionen sehr präsent war, eine reale Gestalt angenommen. Wir sind weit davon entfernt, diesen Multitudencharakter der Bewegung einfach verzückt anzustarren. Wir haben die inhärenten Risiken beim Gebrauch dieser Kategorie oft betont, etwa das Risiko, die Multitude als ein bereits gegebenes und konstituiertes Subjekt aufzufassen, das für die Entscheidungsschlacht bereit und historisch für den Sieg bestimmt sei. Wir haben es demgegenüber immer vorgezogen, das enorme Potenzial der Multitude zu untersuchen als ein Ort der Subjektbildung, der nicht auf eine Einheit reduziert werden kann. Die Multitude wäre vielmehr ein Subjekt, bei dem das Verhältnis zwischen Kollektiv und Singularität im Vergleich zur Vergangenheit auf eine neue Grundlage gestellt wird, mit spezifischen Differenzen und subjektiven Potenzialen.
Im Nachklapp von Genua haben wir die Bewegung als ein neues Realitätsprinzip definiert, vor dessen Hintergrund sowohl politische Vorschläge als auch analytische Hypothesen über die Realität des gegenwärtigen Kapitalismus getestet werden müssen. Es schien uns, das allein die bloße Gegenwart einer starken und radikalen Bewegung zusätzliche Untersuchungs- und Reflektionsanstrengungen erforderlich macht, die in der Lage wären, mit der politischen Militanz Schritt zu halten und gleichzeitig peinlich genau ihre Grenzen und Probleme zu registrieren. Eine solche Anstrengung erschien uns sinnvoller, als die theoretische Arbeit aufzugeben und stattdessen voll in den täglichen politischen Aktionen aufzugehen.
Wenn wir nach Genua auf die Einheit der Bewegung gesetzt haben, so hatte das für uns keinen ökumenischen Charakter. Neue Pfade der Umwälzung entstehen nur in der kritischen Konfrontation und der lebendigen Debatte. Was wir definitiv hinter uns lassen wollen, ist die Logik der Reduktion auf das Eine, die für die Organisationsmodelle des letzten Jahrhunderts so typisch war. Wir wollen diese Logik nicht nur deswegen hinter uns lassen, weil sie Teil eines zweifelhaften politischen Gepäcks ist, sondern auch, weil sie angesichts der Themen der Subjekte und der Vielschichtigkeit der Konflikterfahrungen schlicht nicht mehr funktioniert. Was wir mit der neuen Folge von DeriveApprodi vielmehr versuchen, ist der Aufbau eines offenen Raumes für plurale Ausarbeitungen, ein Ort mit klaren Standpunkten, vollkommen innerhalb der Bewegungsdynamiken, aber quer zu politischen Einschlüssen; ein Ort, der Beziehungen sowohl zu nicht organisierten Subjekten als auch zu Grenzbereichen herstellt, also zu jenen, die sich nicht zu einer bestimmten Gruppe oder Region zuordnen und sich dennoch dort bewegen, durchaus problematisch und mit einer dynamischen Tendenz zur Distanzierung und gleichzeitig zur Neudefinition der Mechanismen der eigenen Identitätsbildung; wir begreifen Identität als Kampfterrain und nicht so sehr als ein gegebenes Datum oder eine naturalisierte Grenze.
Die Kategorie der »globalen Bewegung« selbst ist - wie alle Kategorien - kein Konzept, das einfach unkritisch übernommen werden kann, etwa als nettes sprachliches Klischee. Deshalb haben wir die neue Folge der Zeitung von Anfang an als Testballon konzipiert, als eine Untersuchung zum Stand der Bewegungen in der Welt. Unser Ziel ist es nicht nur, Wissen und Material über Situationen zu akkumulieren, über die man in Italien oft nur sehr wenig weiß. Uns geht es auch um den Aufbau eines aktuellen Netzwerkes transnationaler Beziehungen.
Untersuchung ist Kommunikation ist Umwälzung |
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Ein zentraler Punkt für die gesamte Bewegung, über den kollektiv nachgedacht werden sollte, scheint der der Organisationsform zu sein. Was wir hinter uns gelassen haben, ist glücklicherweise klar und steht außer Frage: die diversen Schulen der internationalistischen Parteien, Indoktrination und die Übertragung ideologischer Schemata. Das Problem allerdings bleibt: Ein neuer, formierender Netzwerkprozess, der die nicht reduzierbare Pluralität als Voraussetzung und Reichtum der globalen Bewegung beinhaltet, muss Gegenstand von Experimenten sein, und er muss organisiert werden.
Die Hürden sind hoch: Es geht nicht mehr darum, politische Rahmenbedingungen zu reproduzieren, sondern darum, mit Formierungsweisen zu experimentieren, die bestehende Modelle radikal in Frage stellen können. Es geht darum, hier und jetzt andere Universitäten aufzubauen, offene Räume für Formierung und kritische Subjektivität. Es geht darum, die vielfältigen Ausdrucksformen der Subjektbildung zu bewahren und zu bereichern, ohne sie ihrer innovativen und konstituierenden Kraft zu entfremden. Das wäre ein ambitioniertes Anliegen für ein Zeitungsnetzwerk.
Wir benutzen ganz bewusst die Kategorien Untersuchung und gemeinsame Untersuchung. Wir beziehen uns damit bewusst auf die Methodologie einer theoretisch-politischen Anstrengung, die zu den wichtigsten Hinterlassenschaften des italienischen Operaismus zählt, einer Tradition, der diese Zeitung und viele von uns entstammen. Untersuchung wie wir sie verstehen, ist ein offener Prozess der Wissensproduktion, der gleichzeitig Transformationen hervorbringt. Sie geht von Hypothesen aus, überprüft und problematisiert sie aber auf ihrem Weg. Untersuchung setzt einen kontinuierlichen Austausch von Ideen und Erfahrungen zwischen den Subjekten voraus, die auf unterschiedliche Weise an dem Prozess beteiligt sind. Deshalb haben wir diejenigen, mit denen wir in Kontakt gekommen sind, nicht einfach nur nach ihrer Sicht auf die Welt gefragt. Niemand - und das war keineswegs selbstverständlich - hat seinen Beitrag auf eine reine Beschreibung seines unmittelbaren Kontextes beschränkt. Und niemand hat den eigenen Bewegungsweg als den einzig möglichen dargestellt. Jeder und jede hat die Einladung akzeptiert, ProtagonistIn einer Analyse zu sein, die - und sei es nur für den Moment - jede Sicherheit bei Seite legt und statt dessen neue Potenziale zur Umwandlung des Bestehenden entdeckt; jeder und jede war bereit, das Gemeinsame aus den pluralen Wegen der Umwälzung zu entwickeln.
Uns geht es um das Argument, dass der globale Raum weder glatt noch homogen ist, sondern zerklüftet und voller Konflikte und Widersprüche. Zum ersten Mal können wir hier und nicht auf der Ebene der abstrakten politischen Einheitlichkeit Laboratorien errichten, in denen mit unterschiedlichen Praxen, Zielen, Sprachen und Analysen experimentiert und diese verglichen werden können. Von Kanada bis Südafrika, von Argentinien bis Holland, von Korea bis Australien: Unsere Untersuchungsmaterialien können nicht zusammengefasst und abgeschlossen werden. Sie existieren im Dialog über gemeinsame Probleme und ähnliche Perspektiven. Von diesem neuen Realitätsprinzip ausgehend beginnen wir wieder: mit der gemeinsamen Untersuchung.
Es handelt sich bei diesem Text um die gekürzte englische Fassung des italienischen Originaltextes. Übersetzung: Dirk Hauer
aus: ak 482 vom 20.2.2004
ak - analyse & kritik
Zeitung für linke Debatte und Praxis
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